Ich gebe zu, ich bohre in der Nase
16.05.2008 · 1 Comment
→ 1 CommentCategories: Geständnis · Provozierendes
Getaggt: Geständnis, Nasebohren
Eres responsable para siempre …
13.05.2008 · 5 Comments
… de lo que has domesticado.
El Principito (Der kleine Prinz - Antoine de Saint-Exupéry)
Du bist zeitlebens für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast.
Ein schöner Satz! Aber stimmt er? Oder gibt es Ausnahmen?
Gilt das auch für Laptops von Bekannten, bei denen ich mich darum gekümmert habe irgendwelche Fehler in der Konfiguation auszumerzen?
Bin ich dafür verantwortlich, auf diesem Rechner Outlook neu zu installieren, weil ich letztes Mal das WLAN wieder zum Laufen gebracht habe?
Bin ich dafür verantwortlich, mit der Hotline des DSL-Providers zu telefonieren, weil ich vor Wochen den Splitter und den Router angeschlossen und konfiguriert habe?
Bin ich dafür verantwortlich, eine neue Festplatte zu installieren und die alten Daten auf diese zu verschieben, weil ich die - jetzt defekte - Platte vor 18 Monaten auch schon eingebaut habe?
Auch wenn ich dafür nie etwas verlangt habe?
Oder vielleicht gerade deshalb?
→ 5 CommentsCategories: Akutes · Gefragt · Geärgert
Getaggt: Antoine de Saint-Exupéry, Ausnahmen, Der kleine Prinz, Laptop, verantwortlich, vertraut, zeitlebens
Dunkler Falter
12.05.2008 · 1 Comment
Dunkler Falter
Wenn zwei Eheleute zum Sternenhimmel starrn,
oder ein Bruder hält seiner lieben Schwester das Garn,
oder ein Freund schenkt bedachtsam dem Freunde ein -schwebt ein Dunkler Falter über den Zwein:
einer von uns muss hinter dem Sarge gehn,
dran im Straßenwinde die Schleifen wehn,
einer von uns muss streun mit kalter Hand
Erde hernieder vom bretternen Grabesrand,
einer von uns muss gehn nach Haus allein -lieber Gott, lass mich der andere sein!
(Börries von Münchhausen)
→ 1 CommentCategories: Akutes · Existenzielles · Gefühlt · Gelesen
Getaggt: Freundschaft, Liebe, Tod, Trauer
Nicht wie sein Vater
12.05.2008 · 2 Comments
Er wollte niemals werden wie sein Vater.
Jahrzehnte später war er noch immer kein kettenrauchender Alkoholiker, hatte seine Frau und seinen Sohn nicht verprügelt und hatte sich nicht mit Gott und der Welt vor deutschen Gerichten gezankt.
Hatte er’s geschafft?
Gut, er war jetzt auch geschieden, wie sein Vater, aber die Scheidung ging schnell und fair über die Bühne, schon wegen des Sohnes, und er konnte ruhig und sachlich mit seiner Ex-Frau sprechen.
Wenn er tief in sich nach einer ehrlichen Antwort suchte, war sein Erfolg noch lange nicht in trockenen Tüchern. Nein, zum Alkoholiker, Schläger und Streithammel würde er wohl nicht mehr werden, aber es fiel ihm immer noch schwer, stolz auf seinen Sohn zu sein.
Erst heute morgen war ihm aufgefallen, dass sein erstes Wort an seinen Sohn eine Kritik war. Nicht laut, nicht böse, aber eine Kritik. Warum kam ein Lob nicht ebenso selbstverständlich über seine Lippen?
Hatte er es in seinen Beziehungen ebenso gemacht?
Seine Ex war ihm immer wieder auf den Geist gegangen mit: “Nie lobst Du mein Essen!”
Warum sollte er? Wegen Maggi Fix oder Knorr Spaghetteria?
Wenn sie zu Besuch bei ihren Eltern waren lobte sein Schwiegervater das Éssen seiner Frau im Übermaß - schon bevor er den ersten Bissen im Mund hatte. Was war so ein Lob wert?
Aber leider musste er zugeben, dass schon ein Quentchen Wahrheit dabei war - und dieses Quentchen schmerzte ihn.
Aber sich beim nächsten Mal zu einem Lob zwingen, nur damit es gesagt ist - selbst wenn es ehrlich gemeint war?
“Nie schenkst Du mir Blumen!”
‘Nie’ stimmte nicht, aber im Prinzip hatte sie Recht. Er hatte sich vorgenommen etwas daran zu ändern, schließlich liebte er sie noch, aber oft dachte er zu falschen Zeiten daran. Wo bekommt man am Mittwoch abend um 19 Uhr Blumen? Oder am Sonntag nachmittag?
Als er es dann geschafft hatte, ihr über zwei oder drei Monate jede Woche einen Strauß mitzubringen, warf sie ihm in einem Streit vor, das habe er wieder einmal ja nur gemacht, weil sie es ihm gesagt habe. Gut keine Blumen mehr.
Warum war es so schwer, sich aus dem Fahrwasser des Vaters zu lösen?
Würde er es jemals wirklich schaffen?
→ 2 CommentsCategories: Chronisches · Gefühlt
Getaggt: Alkoholiker, Beziehung, Blumen, Gericht, Gewalt, Kettenraucher, Kritik, Lob, Maggi Fix, Scheidung, Spaghetteria, Stolz, Streithammel
Django …
10.05.2008 · No Comments
… schnippte die Zigarette auf den Holzfußboden, dann sah er in den einzigen noch funktionierenden Spiegel. Er war rundum zufrieden mit sich und seiner Arbeit.
Bald wäre der ganze Bildersumpf trockengelegt, die Welt ein einziger White Cube: unbefleckt und farbgeil wie eine jungfräuliche Leinwand.
Nur noch zwei Bilder, dann würde auch das Museum der verlorenen Seelen bilderlos sein. Ein Grinsen, breit wie ein kalifornischer Highway, stahl sich in sein Gesicht. Noch einmal blickte er in den jetzt blinden Spiegel, dann ging er. Den Rest würde die Kippe erledigen.
→ No CommentsCategories: Gelesen
Getaggt: Bildersumpf, unbefleckt, zufrieden
Turn me on
09.05.2008 · No Comments
Kokon
—
Das Leben
Sprüht auf den Straßen.
Die Luft knistert, während
Sich Menschen an ihr reiben.
Füße tanzen auf dem Asphalt
Mit Sonnenstrahlen um die Wette.
Lächeln springt von Gesicht
Zu Gesicht.-o-
Ich stehe
Unter all den Menschen.
Doch ich bin nicht bei Ihnen.
Meine Beine sind gefesselt, die Füße
Wollen ohnehin nicht tanzen.
Ich bin isoliert, fühle die
Spannung nicht.-o-
Watte
Hüllt mich ein,
Nimmt mir die Luft,
Doch sie fehlt mir nicht.
Ich sehe die Sonne, sie blendet,
Doch sie wärmt mich nicht.
Würde ich Regen fühlen?
Oder Hagel?-o-
Siehst Du mich?
Siehst Du meinen Kokon?
Kannst Du ihn zerreißen?
Möchte ich das?
Lebe ich?—
→ No CommentsCategories: Akutes · Existenzielles · Gefühlt
Getaggt: gefesselt, isoliert, Leben
Machtwechsel in Moskau!
08.05.2008 · No Comments
Heute ist Putin mit seiner Macht in sein neues Amt als Regierungschef gewechselt.
→ No CommentsCategories: Akutes · Existenzielles · Geärgert
Getaggt: Macht, Machtwechsel, Moskau, Putin
Sagt den Frauen, was sie tun sollen. Sie stehen drauf!
08.05.2008 · 4 Comments
→ 4 CommentsCategories: Akutes · Provozierendes
Getaggt: Frauen
Wie man sich als Mann selbst disqualifiziert …
07.05.2008 · 2 Comments
Mann kennt sie als bedeutende Personen, als Ausnahmegestalten, die dank ihrer Bildung und Intelligenz nach Jahrhunderten und Jahrtausenden noch allen bekannt sind, aber auch sie waren nicht völlig gegen Dummheit gewappnet:
Das Weib ist Weib dadurch,
dass ihm bestimmte Eigenschaften fehlen.
Wir müssen das Wesen der Frauen
als etwas natürlich Mangelhaftes sehen.Aristoteles
und Thomas von Aquin glaubte die Frau sei ein “verfehlter Mann”, ein “zufälliges Wesen”.
Das ist nicht zu toppen?
Der Körper des Mannes
ist sinnhaft durch sich selbst,
auch ohne den der Frau,
während der ihre sinnentblößt scheint,
wenn man den männlichen nicht einbezieht …Julien Benda
Na also, es geht immer noch was!
(Zitate aus Das andere Geschlecht von Simone de Beauvoir
→ 2 CommentsCategories: Chronisches · Gelesen · Geärgert
Getaggt: Aristoteles, Bildung, Disqualifikation, Dummheit, Frau, Intelligenz, Julien Benda, Mann, Simone de Beauvoir, Thomas von Aquin
Wer Frauen liebt …
06.05.2008 · 6 Comments
Wer Frauen liebt,
die wissen, was sie wollen,
muss akzeptieren können,
nicht deren Ansprüchen
zu genügen.(Eigene Erfahrung ;-))
→ 6 CommentsCategories: Existenzielles · Gedacht
Getaggt: akzeptieren, Ansprüche, Frauen