Unter Umständen ist es hilfreich, zunächst durch Naseputzen die Atemwege zu befreien. ![]()
Dann lässt Mann die Luft, durch möglichst langsames, tiefes Einatmen, damit diese sich etwas erwärmen kann, durch die Nase strömen.
Das Schließen der Augen erhöht die Konzentration auf die unterschiedlichen Duftnuancen.
Anfänger sollten zu Beginn erst versuchen, frischer, vermeintlich geruchloser Luft Duftspuren zu entringen. Umso größer ist die Freude, später die Düfte kurz vor einem Gewitter oder den Geruch frischen Waldbodens zu genießen.
Ich selbst bin inzwischen ein Liebhaber herberer Genüsse, die von vielen eher als unangenehm, ja womöglich sogar unappetitlich empfunden werden.
Diese Gerüche versetzen mich zum Teil um Jahrzehnte zurück. Der Geruch von Leder lässt mich in die Sattlerei meines einen Großvaters eintauchen, der von Bitumen erinnert mich an die Baufirma des anderen Großvaters, Heizöl an die kleinen Abenteuer der Kindheit, während derer oder nach denen wir uns im Heizkeller versteckten. Isopropanol lässt mich an die Ausbildung in Stuttgart denken, Zuckerrüben an die Jahre in Regensburg, Acetonitril an die Zeit in einem Pharmaunternehmen in Erlangen.
Der Duft von Frauen hat mich jedoch die ganze Zeit begleitet.
Ob es das verstohlene Schnuppern an Mänteln in der Garderobe war oder später das weniger schüchterne Einatmen an einer Achselhöhle nach durchtanzter Nacht. Und an keinem Tag riecht eine Frau wie am vorhergehenden …
Ich bin dann mal beim Schnuppern!

6 Antworten bis hierher ↓
gokui // 08.04.2009 um 6:27 |
ein naseweiß sozusagen…
…mir doch schnuppe
nedganzbachert // 08.04.2009 um 8:02 |
Du meinst, weil ich etwas über die Nase weiß?
Man nennt mich „Die Nase“
gokui // 10.04.2009 um 19:51 |
nö, es passte gerade nur so gut vom wortspiel her. aber du weißt was über die nase ? bist du HNO doc ?
nedganzbachert // 13.04.2009 um 20:51 |
Nein, kein doc. Nur erfahrenden Nasenbesitzer und ambitionierter Riechamateur
rotegraefin // 10.04.2009 um 20:25 |
Ich glaube ngb
ist sein eigener Doc. Er hat nämlich einen ausgeprägten Geruchssinn. Schon viel wert. Ich hab bei meinem Therapeuten oft den Stuhl gewechselt, wenn mich da ein starker Parfümduft drohte einzulullen.
Zurück von einer Politreise aus Ostafrika mit dem Geruch von Holzfeuer und Schweiß der Menschen dort noch in der Nase, fand ich Parfüm schwangere Luft in Bonn auf dem Kaiserplatz einfach nur ekelerregend.
nedganzbachert // 13.04.2009 um 20:53 |
Ja, das verstehe ich. Mit ist „natur“ auch wesentlich lieber als „Maiglöcken“.