Nedganzbachert – ich steh’ dazu!

Endlich erwachsen …

… dachte ich damals.

Die Ausbildung abgeschlossen, die Bundeswehr abgehakt, der Zug nach Regensburg abgefahren …
… und ich sitze drin.

Das Bewerbungsgespräch in der Vorwoche war erfolgreich verlaufen und als sich der Werksleiter verabschiedet hatte: „Vielen Dank für Ihren Besuch. Wir werden uns in den nächsten Tagen bei Ihnen melden.“, hatte ich mich auf den Weg zur Pforte gemacht. Dort wurde ich gebeten, ein weiteres Mal zur Verwaltung zu gehen, der Werksleiter wolle mich nochmal sprechen.

„Entschuldigen Sie Herr Nedganzbachert, dass wir sie nochmal zurück gebeten haben. Könnten Sie schon am nächsten Montag anfangen? Wir stellen Ihnen eine Werkswohnung zur Verfügung.“

Tja und nun saß ich also in der Bahn mit dem notwendigsten, das man für eine Woche braucht.
Da die Werkswohnung noch gründlich renoviert wurde, würde ich die ersten Wochen in einem möblierten Zimmer wohnen, was mir entgegen kam, denn meinen Schrank und mein Bett musste ich auf dem Bahnsteig zurück lassen.

Schon nach wenigen Tagen hatte ich mich in Regensburg verliebt.
Die kleinen Gässchen, die typischen Stadttürme, die Steinerne Brücke die mit ihren tausend Jahren nicht nur einen Bogen über die Donau, sondern durch die Zeit schlägt. Die Biergärten und Kneipen, die Theater und Kirchen, die Regensburger und die Studenten versprühten Leben pur.

Shakespeare’s „Was ihr wollt – Ein Sommernachtstraum“ als Freilichtaufführung im Thon Dittmer-Palais mit einem Puck der sich immer wieder von einer der vielen Arkaden an einem Seil mitten in das Gewimmel der Ausführung stürzt, mit einer Laientheatergruppe um den Handwerker Zettel, die bei Theseus’ Hochzeit in bayrischer Mundart die Tragikomödie um Pyramus und Thisbe aufführen. Ich hatte Tränen in den Augen – vor Lachen.

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