Nedganzbachert – ich steh' dazu!

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Die Meute

02.01.2009 · Kommentar schreiben

Ich hatte sie frei gelassen.

Mit überraschtem Blick hatten sie mich angesehen. „Ja, lauft!“ rief ich ihnen zu und unterstrich dies mit einer Geste. Kurzes Zögern, dann zerstreuten sie sich in alle Winde. Ungestüm wirbelten ihre Beine und hin und wieder wechselten sie abrupt die Richtung, wie um auszuprobieren, ob die Freiheit wirklich echt ist. Ausgelassen warfen sie sich in die Luft, schlüpften neugierig in Höhlen, zwängten sich durch dichtes Gestrüpp, wirbelten Laub auf und versuchten die Blätter zu fangen, ließen sich ins Wasser fallen und schüttelten sich heftig, wenn sie wieder heraus kamen. Sie warfen sich gegenseitig ins Gras und balgten ungestüm.

Ich erfreute mich an ihrer Lebenslust und ließ sie gewähren.

Doch plötzlich stürmten sie mit eingeklemmtem Schwanz zurück und versteckten sich zitternd hinter meinem Rücken. Eine dunkle Wolke senkte sich herab und keiner von ihnen mochte noch etwas von seiner Freiheit wissen oder diese nutzen. Über Wochen wagte keiner von ihnen, einen Fuß in diese bedrohliche Welt zu setzen. Jede Neugier wurde erdrückt von der Angst, die unangenehmen, fremden Seiten der Freiheit zu spüren.

Seit kurzem traut sich der eine oder andere vorsichtig ein Paar Schritte nach draußen zu tun, doch nicht ohne sich zwischendurch mit einem Blick, meiner Nähe zu vergewissern. Langsam lernen sie wieder Freiheit kennen – ob sie jedoch ihre unbeschwerte Freude daran wieder finden werden?

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Glück

13.12.2008 · 14 Kommentare

Mittags bei Nebel in Ulm wegfahren.
Das erste Blau durch die Wolken sehen.
Das Auto an einer Talstation abstellen.
Den Schnee unter den Schritten knirschen hören.
Sonnenstrahlen auf unberührter Schneefläche glitzern sehen.
Filigrane Schneehauben auf dunklen nackten Zweigen.
Kalte Luft dringt tief in die Lungen.
Licht durchdringt die Haut.
Bis zur Hüfte im Schnee versinken.
Ein Wolkensee zu Füßen der Alpen.
Schnee in den Schuhen und heiße Brühe in der Tasse.
Berge als Zeugen meines Glücks.

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Der neue Zaun

14.09.2008 · Kommentar schreiben

Die Ausbeute von T’s Rundmail waren schließlich drei Helfer. Seine Schwester, mein Spross und ich. Nicht zu vergessen ein anhaltender Nieselregen und ein schwerer Boden.

Wir haben bis vier gewerkelt, dann haben sich doch noch ein paar Leute eingefunden, um uns beim Kaffee trinken zu helfen. A. kam mit Ihren zwei Kindern, H. mit seinen  zwei Krücken, J. mit einer Freundin, die nicht nur gerne eine, sondern auch seine Freundin wäre.

Nach dem Kaffee trinken hatte keiner Lust zu gehen, also ging es in die Küche. Spaghetti kochen, Tomaten, Karotten, Zwiebeln und Knoblauch schnippeln, Basilikum zupfen, Hackfleisch anbraten, Tisch decken, Rioja öffnen, plaudern, lachen …

Auch wenn sich selbst nach dem Abendessen noch keine rechte Lust entwickelte nachhause zu gehen, brachen wir gegen 22 Uhr auf, um die U-Bahn zu erreichen.

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