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Eure Seele ist oft ein Schlachtfeld, auf dem eure Vernunft und euer Verstand Krieg gegen eure Leidenschaft und eure Gelüste führen.
Könnte ich der Friedensstifter in eurer Seele sein und den Missklang und die Zwietracht eurer Wesen in Einklang und Harmonie verwandeln!
Aber wie kann ich das, wenn ihr nicht selbst auch Friedensstifter seid, nein, mehr noch, euer ganzes Wesen liebt?
Eure Vernunft und eure Leidenschaft sind das Ruder und die Segel eurer seefahrenden Seele.
Wenn Eure Segel oder Ruder brechen, könnt ihr nur noch schlingern und treiben oder auf hoher See festgehalten werden.
Denn die Vernunft ist, wenn sie allein waltet, eine einengende Kraft, und unbewacht ist die Leidenschaft eine Flamme, die bis zur Selbstzerstörung brennt.
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aus “Der Prophet” (Khalil Gibran)
Kategorien: Existenzielles · Gefühlt · Gelesen
Tagged: Einklang, Harmonie, Khalil Gibran, Leidenschaft, Schlachtfeld, Seele, Vernunft, Verstand, Wesen
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Eure Freude ist euer Leid ohne Maske.
Und derselbe Brunnen, aus dem euer Lachen aufsteigt, war oft von euren Tränen erfüllt.
Und wie könnte es anders sein?
Je tiefer sich das Leid in euer Sein eingräbt, desto mehr Freude könnt ihr fassen.
Ist nicht der Becher, der euren Wein enthält, dasselbe Gefäß, das im Ofen des Töpfers gebrannt wurde?
Und ist nicht die Laute, die euren Geist besänftigt, dasselbe Holz, das mit Messern ausgehöhlt wurde?
Wenn ihr fröhlich seid, schaut tief in eure Herzen, und ihr werdet finden, dass nur das, was euch Leid bereitet hat, euch auch Freude gibt.
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aus “Der Prophet” (Khalil Gibran)
Kategorien: Existenzielles · Gedacht · Gefühlt · Gelesen
Tagged: Der Prophet, Freude, Khalil Gibran, Leid
Dunkler Falter
Wenn zwei Eheleute zum Sternenhimmel starrn,
oder ein Bruder hält seiner lieben Schwester das Garn,
oder ein Freund schenkt bedachtsam dem Freunde ein -
schwebt ein Dunkler Falter über den Zwein:
einer von uns muss hinter dem Sarge gehn,
dran im Straßenwinde die Schleifen wehn,
einer von uns muss streun mit kalter Hand
Erde hernieder vom bretternen Grabesrand,
einer von uns muss gehn nach Haus allein -
lieber Gott, lass mich der andere sein!
(Börries von Münchhausen)
Kategorien: Akutes · Existenzielles · Gefühlt · Gelesen
Tagged: Freundschaft, Liebe, Tod, Trauer
… schnippte die Zigarette auf den Holzfußboden, dann sah er in den einzigen noch funktionierenden Spiegel. Er war rundum zufrieden mit sich und seiner Arbeit.
Bald wäre der ganze Bildersumpf trockengelegt, die Welt ein einziger White Cube: unbefleckt und farbgeil wie eine jungfräuliche Leinwand.
Nur noch zwei Bilder, dann würde auch das Museum der verlorenen Seelen bilderlos sein. Ein Grinsen, breit wie ein kalifornischer Highway, stahl sich in sein Gesicht. Noch einmal blickte er in den jetzt blinden Spiegel, dann ging er. Den Rest würde die Kippe erledigen.
Kategorien: Gelesen
Tagged: Bildersumpf, unbefleckt, zufrieden
Mann kennt sie als bedeutende Personen, als Ausnahmegestalten, die dank ihrer Bildung und Intelligenz nach Jahrhunderten und Jahrtausenden noch allen bekannt sind, aber auch sie waren nicht völlig gegen Dummheit gewappnet:
Das Weib ist Weib dadurch,
dass ihm bestimmte Eigenschaften fehlen.
Wir müssen das Wesen der Frauen
als etwas natürlich Mangelhaftes sehen.
Aristoteles
und Thomas von Aquin glaubte die Frau sei ein “verfehlter Mann”, ein “zufälliges Wesen”.
Das ist nicht zu toppen?
Der Körper des Mannes
ist sinnhaft durch sich selbst,
auch ohne den der Frau,
während der ihre sinnentblößt scheint,
wenn man den männlichen nicht einbezieht …
Julien Benda
Na also, es geht immer noch was!
(Zitate aus Das andere Geschlecht von Simone de Beauvoir
Kategorien: Chronisches · Gelesen · Geärgert · Ratschläger
Tagged: Männer, Dummheit, Frauen, Disqualifikation, Bildung, Intelligenz, Aristoteles, Thomas von Aquin, Julien Benda, Simone de Beauvoir
Selbstmord,
sagte sie, aus dem Fenster
stürzen, sagte sie, könnte ich mich,
wenn ich Deine Bücher lese. Alp-
träume bekomme ich zum mindesten.
Kein Happy-End nirgends. Nie mehr,
sagte sie, das mußt Du verstehen, nie
mehr ein Buch von dir. Ach, sagte
der Autor betreten, ließ den Kopf und
die Schultern hängen wie ein
Delinquent. Stell dich doch nicht
so an, sagte sie, nimm’s als
Kompliment.
Evelyn Grill
Kategorien: Gelesen
Tagged: Alpträume, Bücher, Evelyn Grill, Happy-End, Kompliment, Selbstmord
Die Frage, die ein Polizist einem Fünfjährigen bei der Hausdurchsuchung in Süddeutschland stellte, war unverfänglich gemeint. Der Beamte wollte dem Jungen die Angst nehmen, als seine Kollegen die Wohnung seiner Eltern auf den Kopf stellten und seinen Vater vorübergehend festnahmen: “Was willst Du mal werden, wenn Du groß bist?” Die Antwort kam ohne zögern: “Wenn ich groß bin, möchte ich ein Mudschahed werden wie mein Vater und Ungläubige töten.” Die Kinder des Dschihad
Davor habe ich Angst.
Nicht vor der konkreten Bedrohung des “religiösen” Terrorismus.
Nein, ich habe Angst, dass ich mit meinen Appellen um Toleranz an Totschlägerargumenten scheitere wie: “Da sieht man ja, wohin uns Toleranz bringt. Die gehören alle abgeschoben.”
Die Zustimmung des Stammtisches ist dem Gröhler gewiss.
“Muslim oder Islamist? Ach was, alles in einen Sack und draufschlagen, es trifft schon den richtigen!”
“Was ist das für eine Religion, die so wenig Respekt vor Leben hat?”
Die christliche Religion ist da ganz anders!
So spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels, wider Ahab, den Sohn Kolajas, und wider Zidkija, den Sohn Maasejas, die euch Lügen weissagen in meinem Namen: Siehe, ich will sie geben in die Hände Nebukadnezars, des Königs von Babel. Der soll sie totschlagen lassen vor euren Augen (Ned 29,21)
Kategorien: Existenzielles · Gelesen · akut oder chronisch?
Tagged: Dschihad, Mudschahed, Islam, Islamist, Muslim, Toleranz, Terrorismus, Respekt, Religion, töten