Bücher wurden von mir schon immer mehr verschlungen, als gelesen.
Ganze Nächte habe ich damit verbracht.
In meiner Kindheit lag ich dazu mit der Taschenlampe unter der Bettdecke, immer darauf bedacht, die Schritte meiner Eltern nicht zu überhören, die auf Ihren Kontrollgängen prüften, ob das Licht in unseren Zimmern gelöscht ist.
Später habe ich zum Lesen das Licht brennen lassen.
Kein Buch wurde endgültig weggelegt, bevor es nicht gelesen war.
Heute Morgen habe ich aus den drei begonnenen Büchern auf dem Stuhl neben meinem Bett die Lesezeichen entfernt – meist Fahrkarten öffentlicher Verkehrsmittel – und sie wieder ins Regal gestellt.
Keine fremden Geschichten.
Keine fremden Träume.
Keine fremden Illusionen.
Ich lese nicht mehr …
