Sie ist eine Frau die auffällt, aber es ist keine Freude sie zu sehen. Sie hat einen Schritt wie ein Holzfäller auf ihren hohen Schuhen. Sie wird in der Firma “der Erika” genannt und ich schäme mich, wenn ich mich beim Gedanken erwische, dass das kein Wunder sei.
“Mit diesen Beinen, sollte man keine Kleider anziehen.” oder “Wenn man mit solchen Schuhen nicht laufen kann, soll man es bleiben lassen.”
Erika ging im Frühjahr als Mann in Urlaub und kam als Frau zurück. Die Geschäftsleitung war vorab informiert, an ihre Kollegen hat sie eine Email gesendet, als sie wieder zu arbeiten begann.
Sie schrieb, wie schwer ihr die Entscheidung gefallen sei, zur Frau zu werden – gegen alle Widerstände – aber dass sie keine Wahl hatte.
Jetzt ist die Beziehung kaputt (Ehefrau und Kinder kamen nicht damit klar), der Vater meidet sie und die Akzeptanz unter den Kollegen lässt zu wünschen übrig.
Und dann erwische ich mich wieder, wie ich zu mir sage: “Na kein Wunder, ich hätte sicher die Firma gewechselt.”
Ja, das hätte ich getan, aber wie komme ich dazu, anderen zu raten, wie sie ihr Leben gestalten sollen, wann sie den Job wechseln, welche Kleider sie tragen oder ob sie trainieren sollten femininer zu gehen?
Der ach so tolerante ngb hat da offensichtlich ein Problem mit sich selbst …
