Traum


Ich bin etwa 5 Jahre alt und sitze im ablaufenden, lauwarmen Wasser der alten Emaillebadewanne in der schon längst still gelegten Sattlerwerkstatt meines Großvaters. Ich friere, stehe jedoch nicht auf.

Als ich mich umsehen möchte, stoße ich die Flasche mit dem Schaumbad vom Rand der Wanne und der Inhalt ergießt sich in das wenige noch vorhandene Wasser.
Die Franziskanerin Schwester Sigismunda, meine alte, strenge Kindergartenschwester, die wohl die ganze Zeit in ihrem schwarzen Habit hinter mir gestanden haben muss, beginnt laut zu schimpfen.

Ängstlich und zitternd steige ich aus der Wanne und laufe zum schmutzigen Fenster der Werkstatt.
Eine Scheibe des Gitterfensters ist zerbrochen und ich stecke meinen Kopf hindurch, um nach draußen zu sehen. Dort sitzen auf einer Bank meine Großeltern, Eltern und Brüder. Neben der Bank sitzt unser Schäferhund. Als sie mich sehen, lachen sie mich aus, auch der Hund lacht.

In meiner Scham und Angst möchte ich flüchten, kann meinen Kopf aber nicht mehr aus der zerbrochenen Scheibe ziehen. Die Scherben schneiden mir schmerzhaft in den Hals …

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14 Antworten zu “Traum

  1. zuunoriginell

    Wow was für ein klares Bild.
    ich werde mich nicht anmassen (innerlich warscheinlich schon, kanns einfach nicht lassen dass zerstückeln von allemundnichts) dass überlasse ich deiner Therapeutin und Dir.
    Aber ich finde selten so scharfe umrissene Szenen wenn ich mit Menschen über Ihre Träume rede.
    Ist dass dein Traum?
    Hast du keine Angst das ins Internet zu stellen?
    (blafragenüberfragen)

  2. nedganzbachert

    Der Traum ist so klar, weil ich ihn in meiner Kindheit unzählige Male geträumt habe, bevor ich gelernt habe, meine Träume zu lenken.

    Übrigens: Niemand den ich persönlich kenne, kennt diesen Blog

  3. zuunoriginell

    Ja die mein ich auch net (auch wenn sie potentielle „Gefahren“ wären)
    Ich meine so Leut die krankhaft alles analysieren um einem Schaden zuzufügen…(oh mann klingt das krank…) o.k. vergisses und dass mit den Gefahren war auch nicht so gefährlich gemeint…
    Ich glaube ich meke grade wie paranoid ich manchmal immernoch bin 🙂

  4. nedganzbachert

    Ich glaube nicht, dass ich mit einem alten Traum mehr erzähle, als ich es ohnehin schon getan habe 🙂

  5. zuunoriginell

    Bist wohl doch net so ganz unbachert wie du sagst 😉

  6. nedganzbachert

    Darüber muss ich nachdenken

  7. zuunoriginell

    Jetzt bin ich verwirrt!

  8. Übrigens: Niemand den ich persönlich kenne, kennt diesen Blog

    oh,DAS hab ich auch mal gedacht! Die www Welt ist klein, aber egal, wer bloggt-lebt!

  9. nedganzbachert

    Klar, das kann sich ändern.
    Aber bis jetzt steht hier noch zu wenig, um eine sichere Zuordnung zu meinem RL zu machen.
    Und wenn … auch egal 😉

  10. Warum sollte man Angst haben, das ins Internet zu stellen? So ganz allgemein gefragt? Und aus welchen Gründen wird ein Therapeut bemüht? So ein Quatsch!
    Ich liebe ja diese Träume. Da werden die schönsten Geschichten draus. Meist greife ich noch im Traum zu Bleistift und Zettel, die griffbereit neben meinem Bett liegen und notiere diese skurrilen Begebenheiten. Damit ich sie nicht verliere. Und mit ihnen arbeiten kann. Geschichten basteln kann.

    Aber zurück zur Realität. Was ist daran schlimm, wenn die Realität daran erinnert wird, dass auch sie träumt? Ich sehe da nur positives drin. Selbstreflektion bspw. Inspiration. Überdenken gewisser Mechanismen. Änderung von festgefahrenen Meinungen.
    Und sind wir doch ehrlich.
    Die „realistischen“ Menschen, die uns nicht mögen, auf die kann man doch verzichten. Um die muss man nicht in Form von falscher Rücksichtsnahme buhlen. Denn dann würde man nämlich wieder den Menschen, an denen einen etwas liegt, vieles nehmen. Inspiration bspw. Selbstreflektion usw. Ich wiederhole mich.
    🙂

    Fazit?
    Gut gemacht, Herr Nedganzbachert, schreiben Sie weiter!
    Herzlichst und so. Sie wissen schon.
    H.

  11. Liebe H.
    Ich bin der ältere, darf Dir das ‚Du‘ anbieten und bin es nicht gewohnt von Frauen ein ‚Nein‘ zu hören.
    (Das ist zwar gelogen, aber der Zweck heiligt die Mittel – auch das glaube ich nicht wirklich, werde aber dieses Mal so tun, als ob.)

  12. Jetzt zum Thema:
    Als Kind hat mich der Traum sehr geängstigt. Jetzt ist es ein guter Bekannter, der mich aber schon lange nicht mehr besucht hat.

  13. … danke.
    trinkt man da nicht einen drauf? und knutscht sich unverschämt lange? *g*
    nein. das ist gelogen.
    🙂
    aber danke.
    Du.

  14. ich trinke gerade darauf.
    Aber was war nochmal knutschen?
    Ach doch, ich glaube ich entsinne mich …
    … meine mich zu erinnern, dass das sehr angenehm war.

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