Evolution der Nassrasur


Schon vor 25000 Jahren haben sich Menschen Haare mit Werkzeugen entfernt. Höhlenmalereien sollen zeigen, dass sie dafür geschärfte Steine oder Muscheln benutzten.
Ich persönlich bin der Ansicht, dass sich manche Wissenschaftler zu sehr weit reichenden Interpretationen solcher oft grober Skizzen hinreißen lassen.

Skeptiker wie ich berufen sich daher lieber auf handfeste Fundstücke von Steinschabern, aus dem 6. Jahrtausend v. Chr. Die Ägypter benutzten erstmals Messer aus Kupfer.

Im 17. Jahrhundert kamen in Sheffield klappbare Rasiermesser auf.
1901 entwickelte King Camp Gillette den Rasierhobel, den ich heute noch benutze (nicht das Original).

Neben solchen Auswüchsen wie Einwegrasierern gewannen Neuerungen wie die Doppelklinge (G2 Tandem) an Bedeutung, die neben dem technischen Fortschritt auch in Poesie und Musik Furore machten:

Ja, so glatt und so gründlich,
Ja, so gründlich und so glatt.
Weil die G2 zwei Schneiden hat …

Ab hier verzichte ich auf eine detaillierte Schilderung, weil ich diesen Beitrag noch im August posten möchte.

Es folgten

  • drei, vier und schließlich fünf Klingen, die zusätzlich einzeln schwingend gelagert sind
  • zusätzlich Streifen mir Gleitmittel
  • Gummilamellen die die Haare aufrichten
  • Schutzgitter, damit sich auch Anfänger nicht schneiden
  • in drei Freiheitsgraden schwenkbare Rasierköpfe
  • Elektroden, die mittels elektrischer Impulse die Haare zu Berge stehen lassen
  • Düsen für Pflegemittel
  • Füllstandsanzeige für deren Tank
  • Digitalanzeigen, die neben Uhrzeit, Temperatur und Luftfeuchtigkeit, die durchschnittliche Länge der Restbehaarung anzeigen
  • ein Boardcomputer der – abhängig von Alter, Geschlecht, Haarfarbe, religiöser und sexueller Ausrichtung – die nächste zu rasierende Region vorschlägt
  • etc.

Ein Ende der Entwicklung ist nicht abzusehen, denn Wissenschaftler arbeiten heute schon an Modellen, die mittels Quantenrotation den Haaren an die Wurzel gehen wollen.

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5 Antworten zu “Evolution der Nassrasur

  1. Ich kann mich noch an meinen Papa erinnern, wie er die Seife aufschäumte, sie mit dem Rasierpinsel sorgsam verteilte und dann eine frische Klinge in den Rasierer legte, ihn zu drehte und mit allerlei Grimassen begann der Gesichtsbehaarung auf den Pelz zu rücken…faszinierend! Ein Ritual.
    Heute geht das alles etwas schneller…und wer weiß, vielleicht kommt der Vollbart doch noch wieder in Mode? Ich mag auf jeden Fall haarige, männliche Männer…

  2. Mein Vater hat sich auch nass rasiert. Das ist sogar eine der wenigen deutlichen Erinnerungen aus meiner früheren Kindheit. Er steht im Bad und schäumt sich ein.
    Ich nehme allerdings nur Wasser.

  3. Aus eigener Erfahrung (natürlich nur die Beine und Achseln *verschämtgrins*) es rasiert sich leichter und flutschiger mit Seife…

  4. Klar! Frauenhaut ist sensibel 🙂
    Und Rasierbrand kann sehr unangenehm sein.

  5. Pingback: gefunden « Nedganzbachert - ich steh’ dazu!

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