Ende


Sie erzählt mir von ihrem Zorn, ihrem Unverständnis, …:

„Er lässt mich nicht an seinem Leben Teil haben. Er kündigt bei seiner Firma und sagt mir nichts. Ich fahre voller Sorge zu ihm, weil ich seit Tagen nichts von ihm hörte und ich mir Sorgen mache und er macht Small Talk mit mir, während meine Doktorarbeit auf mich wartet und eine Babysitterin bei meinen Kindern ist. Und als ich ihm sage, dass ich das nicht mehr mit mache, meine Sachen packe und gehe, fragt er, ob ich nicht erst noch meinen Tee austrinken will.
Ich gehe ihm am Arsch vorbei …“

… und ich verstehe ihren Zorn und möchte meinem Freund in den Arsch treten und ihn fragen, ob er von allen guten Geistern verlassen ist. Anstatt sich Zeit für seine Beziehung zu nehmen, verrennt er sich jetzt noch mehr in die Arbeit bei einer Firma, bei der er kündigte, weil Leistung dort nicht anerkannt sondern als selbstverständlich angesehen wird und bei der Absprachen zu Leistungsvergütungen nicht eingehalten werden …

Schon wieder eine Beziehung kaputt!

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12 Antworten zu “Ende

  1. na dann tritt doch mal….
    aber vielleicht ist er auch nur die gelassenheit in person?
    von wegen“trink doch zuerst deinen tee“…:-)
    ich hätte ihm den umgekehrterweise über den Kopf geschüttet!

  2. Ja, gelassen gibt er sich.
    Aber ich weiß dass es in ihm nicht so aussieht. Er hat seinen Job gekündigt ohne einen neuen zu haben, WEIL er nicht so cool ist, wie er tut.

  3. den Tritt hätte er verdient! – und den Tee im Gesicht auch…

    Aber es ist „sein“ Leben.

  4. Hi ihr Lieben,
    zu Eurem Disput möchte auch ich unbedingt meinen Senf abgeben:
    Ist es für Euch positiv, wenn man einem Freund, der „aus dem Häuschen ist“ und offensichtlich Probleme hat damit hilft, die Sachen zu packen, Tee ins Gesicht zu schütten oder zu treten???
    Nach meiner Auffassung „hilft“ das diesem Freund sein Weltbild („alles Sch..“) zu vervollkommnen und zu bestätigen.
    Ich würde versuchen, mich in diesem Fall mal total zurück zu nehmen, meine Bedürfnisse und meine Meinung ein bisschen zu zügeln…und einfach nur da zu sein, falls der „Freund“ ein gutes Ohr und meine Aufmerksamkeit braucht.
    Ich weiß, dass das nicht immer einfach ist, aber ungewöhnliche Situationen brauchen manchmal ungewöhnliche Handlungsweisen.
    …just my point of view.
    Ich wünsche Euch viel innere Gelassenheit…und dem „gestressten“ Freund natürlich auch.
    Alles Liebe,
    Gaba

  5. @gaba, im Grunde hast Du ja Recht, aber wenn „er“ nicht einmal die Kommunikation sucht, sich einfach ausklinkt, wie will „sie“ dann an ihn herankommen. Stumm zuschauen wäre nicht mein Ding.

  6. @gaba: Sie hörte Tage nichts von ihm. Er geht nicht ans Telefon, antwortet nicht auf SMS und Mails. Sie organisiert einen Babysitter und lässt ihre Doktorarbeits liegen, um nach ihm zu sehen & er plappert über Beiläufigkeiten.
    Und das war nun das x-te Mal.
    Verstehst Du Ihren Frust nicht?
    Beziehungen brauchen Kommunikation.
    Wenn er es auf die sanfte Tour nicht versteht, kann man ihn hinschubsen oder ihn dumm sterben lassen. Ich verstehe den Zorn über die erfolglosen Hilfsversuche für einen, der die Hilfe nicht annehmen will oder kann.

  7. Liebe räuberbraut & lieber nedganzbachert,

    natürlich kann ich den Frust verstehen und auch die Lust, mal „Tacheles“ zu reden.
    Andererseits habe ich gelernt, dass es für alles einen guten Zeitpunkt gibt.

    Ich möchte auch nicht „schlau daherreden“, denn dazu weiß ich viel zu wenig über die gesamte Situation .

    Interessant ist immer, nach Hintergründen und Ursachen zu schauen. Am Besten gelingt dies nach meiner Auffassung mit Fragen.

    Beispiele für Fragen: Warum benimmt sich dieser Mann so? Was hat dieses Verhalten ausgelöst? Ist das sein Verständnis von Kommunikation oder ist er in einer Ausnahme (Not-)Situation. Was kann ich tun, damit ich helfen oder diese Situation verbessern kann?

    Wut und Aggression hilft in den seltensten Fällen, eine unangenehme Situation zu verbessern.

    Ich wünsche Euch einen schönen Abend und schicke liebe Grüße aus dem Isartal,
    besser und besser,
    Gaba

  8. Ach ja…es lebe die Interpretation .

  9. @lila: von mir aus könnte sie aussterben, aber manchmal kann ich mich selbst nur schwer dagegen wehren.

  10. So viele Aspekte, so viele Interpretationsmöglichkeiten, so viele Ansätze zu verstehen.
    Nur eines ist unumstößlich richtig: Wer zu macht, nicht mehr mit dem anderen spricht, Small Talk für ausreichend hält, der zerstört mehr als er/sie aufbaut. Und Chancen und Türen nicht zu nutzen, die einem aufgetan werden….das tut einfach nur weh.

  11. TACK! Den Nagel voll auf den Kopf getroffen. Guter Schlag Morgiane. Den „Schlag“ meine ich natürlich nur im übertragenen Sinne und ausschließlich konstruktiv!

  12. Ich hätte mir schon zu einigen Männern einen Freund gewünscht, der ihnen in den Arsch tritt. Es war leider nie einer da. Oder vielleicht war einer da und das änderte nichts?

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