verirrt


Manchmal verlaufe ich mich in mir. Ich trotte dahin, ohne den Kopf einzuschalten, nehme viele der Eindrücke nicht war, gehe geradeaus, wo ich sonst abbiege, wende mich nach links, wo ich sonst den rechten Weg wähle und schon lande ich an einem Ort in mir, an dem ich noch nie war oder an den ich mich nicht erinnern kann.

Oft sind das düstere Ecken aber meiner Neugier und meinem Bedürfnis nach starken Reizen, ist das nicht unrecht. Mit einer seltsamen Faszination betrachte ich mein Inneres – wohlwissend dass ich mich damit manchmal nur im Kreis drehe. Aber in diesen Situationen ist es manchmal schon ein Fortschritt, überhaupt für etwas Interesse zu zeigen.

Hin und wieder entdecke ich aber – meist unter einer dicken Lage von Sedimenten – verborgene Talente. Fähigkeiten, die mir zwar oft Schmerzen bereiten, die ich aber trotzdem nicht missen möchte. Begabungen, die mir nicht wirklich fremd sind, an die ich mich vielleicht dunkel erinnern kann. Kleine, wieder entdeckte, schmerzhafte aber trotzdem schöne Schätze. Hin und wieder bin ich enttäuscht, wenn andere diese Eigenschaften nicht zu schätzen scheinen, aber das schmälert nicht ihren Wert.

Und ich gebe sie nicht her!

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Eine Antwort zu “verirrt

  1. @ngb – sehr gut beschrieben, so geht es mir auch oft. Ich „verirre“ mich ständig – obwohl manche Wege sehr „ausgetreten“ sind, weil ich sie immer wieder wähle aus Angst „die Orientierung“ zu verlieren, denn das was man kennt ist meistens noch das geringere Übel, als das, was man vielleicht finden könnte…

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