unzeitige Kreativität


Manchmal kommt die Kreativität über mich, wie eine Welle.
Sie ist nicht groß genug, um darauf zu surfen, aber man kann sich immerhin daran verschlucken. Sie schwappt über mich und ich produziere Kreatives.

Ob ich nun mit Ton arbeite oder mit Farbe, ob ich Kalligraphie mache oder schreibe, es gibt eine produktive Phase und dann ist es wieder für eine Weile vorbei.

Danach habe ich einige neue Objekte, Skulpturen, Bilder oder auch nur ein paar neue Artikel für den Blog.

Diese Keramikschale wäre doch ein schönes Geschenk für meine Mutter und Sylvia könnte ich den Origamidrachen als kleine Aufmerksamkeit zukommen lassen (Sie mag Drachen). Die Kohlezeichnung hat Martina gut gefallen. Ich könnte Sie ihr an Weihnachten schenken. Die drei Artikel für den Blog hebe ich mir für die Zeit auf, in der ich ein paar Tage keine Einfälle habe.

Aber jedes Mal das gleiche Problem. Wenn ich eine meiner Kreationen erst einmal als Geschenk für eine bestimmte Person deklariert habe, kann ich es nicht erwarten, sie zu verschenken, was dazu führt, dass die bedachte Person sich freut, aber ich an Weihnachten (Geburtstag, Taufe, Kommunion, Firmung, Hochzeit, Scheidung, Beerdigung) kein Geschenk mehr habe.

Das gleiche geschieht im Blog. An einem Tag schreibe ich drei Postings, aber statt mir einen gewissen Vorrat für schlechte Zeiten anzulegen, haue ich sie auf einen Schlag raus.

Und heute stehe ich nun hier und sehe mich gezwungen, über meine Einfallslosigkeit und meine Unfähigkeit zu schreiben, mir eine Notration anzulegen.

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17 Antworten zu “unzeitige Kreativität

  1. Ich mag das auch nicht, das Aufsparen von Artikeln oder Ideen für „schlechte Zeiten“. Aber warum auch. So ist es doch viel authentischer und eben nicht: aufgesetzt.

  2. Schon richtig, aber ich freue mich ja auch, wenn ich bei anderen regelmäßig etwas Neues finde, und es gibt ja durchaus Postings, die keinen aktuellen Bezug haben und auch an einem anderen Tag authentisch wären.

  3. Guten Abend Herr Nedganzbachert,

    ich denke, Kreativität braucht auch ihre Zeit. Diese am Fließband aus sich herauszuzaubern und dann auf Knopfdruck auch jedesmal parat zu haben, erscheint mir dann eher als Utopie.
    Ich persönlich hab es da eher mit kreativen Pausen, um wieder zu einer neuen Quelle zu finden.
    Zudem halte ich nichts von erzwungener Kreativität, was in meinen Augen dann wirklich eher aufgesetzt wirkt.
    Und wenn eben die Worte nicht so fließen oder man sich den Kopf martert nach einem neuen Einfall oder einer neuen Idee, nenne ich das eher auch mal eine Schreibblockade, die absolut legitim ist und mit schlechten Zeiten absolut nichts zu tun hat.

    Aber das mit den Geschenken kenne ich.;-))
    Wie oft ist es bei mir vorgekommen, dass ich den kiddies aus Freude irgendein Geschenk schon vor dem Anlass gegeben habe und dann nochmal kurz vor ultimo los mußte.
    Aber egal, sie freuen sich auch so.;-))))

    liebste Grüße!

  4. Liebste Frau arsfendi,

    natürlich freuen sie sich auch noch über ein zweites Geschenk! 😀

  5. Ich glaube, man darf das nicht so pauschalisieren. Jeder sollte es so machen, wie er es für sich für richtig hält. Das ist ja das schöne am Bloggen: Im eigenen Stall ist man eben selber der Bauer.

  6. natürlich kann man unterschiedlicher meinung bezüglich der kreativität und der schaffenspausen sein.
    dennoch würde ich eine meinung nicht unter pauschalisieren ablegen.
    wie sagt man doch so schön, eine meinung ist eine meinung ist eine meinung.
    ;-))

  7. Sehr geehrter Herr Nedganzbachert.
    Ein schöner Artikel, den Sie da zur Diskussion stellen. Das bringt mich doch auf dem schnellsten Wege zur Begriffsbestimmung der Kreativität an sich. Beleuchten wir also einmal diese wunderschöne Gabe.
    Der eine findet geschlechtslose Weihnachtstypen kreativ und kann ellenlange Pamphlete darüber verfassen, andere malen Tapeten aus. Kreativ ist, was gefällt. Manche möchten darüber schreiben und wieder andere lesen still vor sich hin und denken sich ihren Teil.
    Frage:

    Muss sich Kreativität also immer in Handlungen zeigen?
    Ist ein kreativer Geist nicht auch etwas ganz tolles? Natürlich wird der kreative Geist kein Schild vor sich hertragen, auf dem geschrieben steht: „sorry, nicht ansprechen, mein Geist arbeitet gerade kreativ.“
    Was will ich also sagen.

    Manches mal hat man das Hirn voller Kreativität und mag diese jedoch nicht hergeben. Sei es aus egoistischen Gründen oder auch nur aus Faulheit.
    Und so kann es geschehen, dass der Blog leer bleibt, oder ein Gefäß nicht geformt oder gefüllt wird.
    Wohl dem, der es erkennt und zu achten weiß.

    Herzlichst und so weiter.

  8. Genau so ist es. Man sollte sich nicht darum bemühen, von anderen als kreativ wahrgenommen zu werden. Sondern immer authentisch bleiben, ohne sich zu verstellen. Authentizität, darauf kommt es an. Auch in anderen Dingen.

  9. Verehrteste Frau arsfendi,
    ich glaube so weit liegen wir mit unserer Ansicht gar nicht auseinander. Meine Schaffenspausen habe ich lediglich erwähnt, jedoch nicht bewertet.
    Sie sind notwenig wie der Winter.

    Werte Frau paradalis,
    natürlich muss Kreativität nicht immer etwas greifbares hervorbringen, aber als Mann bin ich etwas einfacher gestrickt und mag konkrete Dinge 🙂
    Ich habe meinen Blog auch hin und wieder ein paar Tage leer gelassen, bevor ich in den Tiefen den Internets nach Banalitäten gesucht habe.

    Liebe offensichtlich,
    so unterschiedlich meine Postings auch sind.
    Sie sind authentisch – auch die blöden, denn manchmal bin ich blöd 😉

  10. … so liebe ich es. Drei Personen in einem Kommentar abgefrühstückt. Rationalität ist etwas feines. Ganz wirklich.
    🙂

  11. Liebste Frau paradalis,
    ich möchte mir ja nicht vorwerfen lassen, ich wolle meine Blogstatistik schönen, indem ich selbst für den Traffic sorge 😀

    Und Du offensichtlich, grinse nicht so süffisant! 😉

  12. Liebste Frau paradalis,
    ich möchte mir ja nicht vorwerfen lassen, ich wolle meine Blogstatistik schönen, indem ich selbst für den Traffic sorge 😀

    Und Du offensichtlich, grinse nicht so süffisant! 😉

  13. Ich bin voll total ernst. Ehrlisch! Echt! :-=

  14. Hör auf Dein Gesicht zu verziehen. Es ist mir dann doch lieber Du grinst. 😀

  15. Kannnich ich habn krampfffffff…

  16. Tja, es ist nicht gut, sich zu sehr zu verstellen. 😐

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