Hänsel und Gretel


haensel_und_gretel1_richterNoch etwas matt im Kopf vom frühen Aufstehen, gehe mich mit großen , jedoch langsamen Schritten an der Mühle vorbei, am Bach entlang, auf die Schrebergärten zu, die einen Teil der 3 km meines Fußweges zur Arbeit säumen.
Wie jeden Morgen bin ich in Gedanken versunken.

Dunkle Socke.

Ich überlege nochmal, was ich heute zu erledigen habe … Wäsche waschen.
Ähhh!? Wieso lag da eine Socke? Egal.
Um 9 Uhr habe ich eine Besprechnung mit Frau Maier aus dem Export – einer attraktiven Spanierin, was der Name nicht vermuten lässt. Sie hat einen Maier mit viel Geld geheiratet.

Blaue Unterhose.

Hat sich hier jemand auf dem Weg zum Garten ausgezogen?
Bis zur Mittagspause muss ich die Bewertung der Halbfabrikate für das Controlling abschließen. Alex möchte, dass ich in das Programm für die Inventurzählliste noch ein Feld einfüge.

Weißes Unterhemd.

Hat hier jemand Wäsche zum Trocknen in den Schrebergarten gefahren und dabei verloren? Was es alles gibt!
Das Pflichtenheft für die Langzeitlieferantenerklärung muss noch geprüft werden und die Anpassung für die Erweiterung der Preislisten getestet. Heute Abend muss ich noch einkaufen gehen. Ich habe kein Brot mehr zu Hause. Könnte ich allerdings auch in der Mittagspause erledigen.

Hellblaues Spannbetttuch und weiße Socke mit zwei blauen Streifen.

Beide mit dem Profil des Traktors, der kurz zuvor vorbei gefahren ist. Die Spur ist jedoch nicht deutlich genug, als dass die Wäsche noch feucht sein könnte. Also hat der Besitzer wohl die trockene Wäsche vom Schrebergarten nach Hause bringen wollen.
Heute Abend ist ja noch Chor. Dann kaufe ich das Brot auf jeden Fall in der Mittagspause. So kann ich dann auch gleich zur Post und Briefmarken für die Bewerbungen holen.

Rote Socke.

Das ist schon wieder so ein Haushalt, bei dem von jeder Farbe nur eine Socke existiert – spätestens seit heute. Vielleicht möchte auch nur jemand wieder nach Hause finden oder es ist eine Schnitzeljagd. Jetzt geht mir die Phantasie durch. Das ist nur Wäsche, die nach dem Trocknen auf dem Heimweg aus dem Fahrradkorb  fiel.

Weiße Unterhose, Schiesser Feinripp, mit Eingriff und mit …

… na ja, sagen wir, mit eindeutigen Hinweisen, dass diese Wäsche noch nicht gewaschen ist.

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35 Antworten zu “Hänsel und Gretel

  1. zwei bemerkungen dazu:
    1. werd doch dedektiv
    2. kaufg knäckebrot, iss gesund und hält ewig

    noch zum thema: auf meinem arbeitsweg liegen keine sachen rum, schade eigentlich, aber gut für die umwelt.

    • zu 1.: Als Detektiv hätte ich nicht aufgegeben dürfen, als es etwas unappetitlich wurde.
      zu 2.: Ich kaufe Vollkornbrot. Ist auch gesund und hält lange genug.

      Zum Thema: Ob Du’s glaubst oder nicht, die Wäsche liegt dort noch immer.
      Jetzt auf dem Seitenstreifen, jedoch noch immer auf der gesamten Länge von etwa 200 Metern verteilt.

  2. Ich mein ist ja ganz lustig zu lesen, was die Leute so alles verlieren oder mitten auf dem Weg hin und weg schmeißen.
    Ich hab aber nicht kapiert, was das mit Hänsel und Gretel zu tun hat. Bitte deswegen um Aufklärung!
    Ehe ich falsche Vermutungen äußere und empfindliche Männerseelen tief verletze.

  3. Hänsel und Gretel sollen Brot auf den Weg geworfen haben, um den Weg zurück zu finden. Dieses wurde jedoch von Vögeln gefressen.
    Vielleicht wollte jemand seinen Weg dauerhafter markieren (Stichwort: Schnitzeljagd)

    Habe gerade letztes Wochenende gehört, dass in einem Nachbarort „Freunde“ den Weg eines verheirateten Mannes zu seiner verheirateten Geliebten mit cremefarbener Ölfarbe markiert haben sollen.

  4. Erst beim dritten Mal. Zweimal war Hänsel so schlau Kieselsteine zu verwenden. Zweimal sind sie noch zurück nach gekommen zu den armen Eltern, die nichts zu beißen hatten. Dann erst hat die Mutter sie überlistet und alle Türen verschlossen. So ist das mit Kindern von armen/reichen Eltern, sie wollen ihre Eltern nicht verlassen. Bis sie sich in einem Hexenhaus wieder finden. Dann macht Gretel solange sauber bei der Hexe, bis sie die Faxen dicke hat und die Hexe verbrennt. Nur der heutige Hänsel
    findet es in seinem so gemütlich, dass es ihm noch lange nicht einfällt daraus zu kommen. 😦

  5. Ich bin 47.
    Da merkt man sich von Märchen nur noch das wesentliche.

    Den Schluss Deines Kommentars habe ich nicht verstanden. Bist Du traurig darüber, dass der „heutige Hänsel“ seine Hexe nicht verbrennt?

  6. es ist wahrscheinlich heute nur politisch korrekter.

  7. Oh eine kleine Aufklärung gefällig?
    Märchen haben es nämlich in sich! Wenn Du als wesentliches Dir gemerkt hast, das Hänsel nur Brosamen gestreut hat, dann hast Du einmal schon ganz viel von dem Märchen vergessen.
    Hänsel braucht gar nichts zu verbrennen. Das macht Gretel (oder die Liebe), die die ganze Zeit auch das Haus sauber gehalten hat. Nur der männliche Intellekt, der sich in einen Käfig einsperren lässt und sich füttern lässt und dann nur ein Knöchelchen raussteckt aus Angst vor der Hexe, dass die ihn braten will. Der bleibt noch in seinem Käfig hocken, obwohl Gretel ihn aufgemacht hat. Da kann man halt nix machen. Pech gehabt. Gretel geht halt alleine nach Haus.

  8. Ach, dann sind Märchen in Wirklichkeit die ersten Ansätze zur Emanizipation der Frau?

  9. Und des Mannes so er denn will!
    Märchen zeigen in einer Bildersprache, wie die Seele oder ein Kind die Wirklichkeit wahrnimmt und wie es aus den Schwierigkeiten heraus wachsen kann. Das nennt man/frau dann erwachsen werden.
    Arme Eltern, hier sind auch die seelisch verarmten gemeint, schicken ihre Kinder zu früh allein in den Wald sprich Leben hinaus. Dies macht den Kindern Angst. Sie sind dann verführbar für den Luxus im Hexenhaus. Der weibliche Seelenanteil und praktisch handelnde wird vom männlichen Seelenanteil schlau überlegende getrennt. Beides entstanden durch die Lebensbedrohung, der früh gespürten Not und Verarmung der Eltern. Die sich in Gestalt einer Hexe arbeiten müssen und gefüttert werden ohne eigene Bewegung in der Einbildung der Seele eingefressen hat. Hier gilt es immer wieder dieser eingebildeten Hexe im inneren wie im Äußeren zu begegnen und in den Ofen der Liebe zu stecken.
    Märchen gehören zur Weisheitsliteratur und werden viel zu oft einfach nur verkannt. Wer in einer Märchenerzählung sich mit dem Helden des Märchens identifizieren kann und wahrnehmen kann welche Hilfe diesem bei seinen Abenteuern zuteil wird. Hat schon die halbe Miete für sein Leben gewonnen.
    Märchen zeigen einem den Weg, wie der Mensch sein inneres Glück erreichen kann. Das Evangelium zeigt dann wie man es fruchtbar macht für andere.

    • Ehrlich gesagt habe ich ein Problem damit, allzu viel in Märchen hinein zu interpretieren.
      Oft genug sind Märchen auch nur spannende Kindergeschichten oder Erziehungshilfen gewesen, in denen Kindern vermittelt wurde, dass es besser ist, lieb, hilfsbereit und demütig zu sein (Frau Holle).
      Um es positiver zu formulieren, dienten sie der Wertevermittlung.

  10. Sind diese Werte denn falsch?
    Bei Frau Holle sich trauen in die Tiefe zu gehen um einfach seine Aufgabe zu erfüllen oder in die Tiefe zu gehen um sich bedienen zu lassen?
    Ich denke schlimm ist es, wenn wir nicht bemerken dass unser lieb, hilfsbereit und demütig sein maßlos von allen Leuten ausgenutzt wird. Dann können aber wieder andere Märchen die Mut und Tapferkeit hervor heben den nötigen Ausgleich schaffen.
    Du musst ja meine Interpretation nicht als das einzig wahre ansehen. Dafür sind wir vermutlich doch zu unterschiedlich oder? Aber schön, dass Du sie gelesen hast und noch schöner, dass Du mir Deine Gedanken dazu mitteilst.

    • Nein, diese Werte sind nicht falsch.
      Und ich finde es nicht verwerflich, diese über Märchen an Kinder weiter zu geben. Man könnte lediglich aus heutiger Sicht die Rolle der Geschlechter in den erzählten Geschichten überdenken.
      Auch wenn wir bei unseren Interpretationen nicht auf dem gleichen Gleis landen werden (ich bin Bahnfahrer 🙂 ) lese ich mir aber natürlich Deine Meinung durch und prüfe auch, ob ich sie nachvollziehen kann. (zu etwas anderem wäre ich zu neugierig)

  11. Oh, Neugier genügt doch oder nicht? 🙄

  12. also ich würde da auch nicht so viel „fixiert“ hineininterpretieren. zur jahrhunderwende war es noch völlig normal das kinder in den wald gingen oder zur arbeit. und von emanzipation war damals nicht mal ansatzweise die rede. historisch gesehen, ging es eventuell für die menschen um ein gewisses maß an politischer eigenständigkeit. aber selbst das dürfte nur ansstzweise gewesen sein.

    ich denke, das mit dem märchen von hänsek und gertel auf ganz schlichte weise erklärt werden soll, was armut und not bedeutet. denn auch damals war es nicht durchaus unüblich seine kinder fortzugeben, nur damit wenigstens sie eine chance auf arbeit und somit auf ein „besseres leben“ hatten. so groß der schmerz auch sein möge.

    ich habe gestern auch erst meiner noch 12 jährigen tochter klar gemacht, daß sie doch bitte mit mir zusammen die spülmaschiene auszuräumen hat. da sollte man mal ein paar märchen oder dokumentationen mehr anschauen – wei zb. das leben um die jahrhundertwende.

  13. *Schnüff* tlaulig bin 😦 den Kommentar an mich hast Du gelöscht ngb warum?

    Aber vielleicht seit ihr beide noch nicht in diesem Jahrhundert angekommen. In welchem Jahrhundert lebt ihr?
    Manno Mann was interessiert eine 12jährige schon die Jahrhundertwende wenn sie keinen Bock hat die Spülmaschine auszuräumen? Boah eh auf einen solchen Papa wäre ich aber nur stinksauer, der mir dann auch noch einen Geschichtsvorlesung hält, wenn ich eh keinen Bock habe. Mein Vorteil *Männer sind blöd* würde sich damit gut verfestigen und zu einem festen Urteil werden. Was wird dann so gerne gesagt *selber schuld*
    Ich bin doch sehr für die Emanzipation des Mannes.

    • Du siehst mich verwundert. Ich habe seit Beginn meines Blogs nur einen einzigen Kommentar gelöscht, und dafür gab es gute Gründe.
      Ich werde bei Dir nicht damit beginnen.
      Wie kann ich dieses Missverständnis beseitigen?

  14. Du hattest 2 Minuten vorher geschrieben also um 8.53 Uhr : Neugier kann nie schaden, war auf meiner Seite der Kommentare so angezeigt. Dann klick ich hierher und dann steht nur noch was von der Jahrhundertwende.
    Das hat mich gewundert. Ich fand es schade! Es ist eine Kleinigkeit. Sehe gerade er steht da! Über dem von Gokui, das habe ich nicht bemerkt. Weil das ja zeitlich durcheinander ist.
    Na alles klar! Sorry! 😀

  15. ja werte graefin, wenn wir unserem nachwuchs nicht heute erklären wie und was arbeiten ist, wann dann ? im übrigen kann geschichte viele irrtümer präventiv beseitigen – auch wenn man keinen bock hat. was dann übrigens auch dazu gehört, zuzuhören wenn man keinen bock hat. oder soll ich auf druchzug schalten wenn sie mit mir reden will ?

    ach ja spülmaschinen gab es im letzte jahrhundert noch nicht ! unglaublich *grins* da hat man noch von hand abgespühlt.

  16. So bitte welches Jahrhundert meinen den bitte schön die Herren?
    http://de.wikipedia.org/wiki/Geschirrsp%C3%BClmaschine

    Och ngb, vielleicht träumt gokui ja noch von dem Tellerwäscher in Amerika, der zum Millionär wird.
    🙄

  17. 1886 gab es eine patentanmeldung und dann noch im fernen amerika !

    @NGB: sehr gut bemerkt ! ich bin als mann schon so weit emanzipiert, daß mir das glatt entgangen ist.

    außerdem wer sagt denn das ich kein tellerwäscher war und jetzt millionär bin ? *träum*
    geld macht aber nicht glücklich – eine spühlmaschiene aber auch nicht.

  18. Boah eh! Ich halt es im Kopp nicht aus!

    Kann mir mal bitte einer der beiden Herren erklären, warum keiner von euch zugeben kann, sich im Jahrhundert vertan zu haben?

    Ich hatte bei der letzten Jahrhundertwende bereits eine Spülmaschine und bei der Jahrhundertwende davor habe ich noch nicht gelebt und meine Vorfahren hatten zum Spülen Dienstleute.

    Der Teufel steckt doch immer im Detail und da muss er ausgeräumt werden. 😛

    @ gokui
    Das ist interessant im Wolkenkuckucksheim schweben nennst Du emanzipiert. Da lachen ja die Hühner! 😆 😆 😆

    • Bin ich Mann oder Memme???
      Natürlich kann ich meinen Fehler zugeben, dass ich mit Jahrhundertwende die Zeit um 1900 gemeint habe. Denn auch wenn vor etwa 10 Jahren eine Jahrtausendwende war, liegst Du trotzdem richtig.

      Dein Einwand mit den Dienstleuten ist natürlich auch richtig, dennoch waren es zum Spülen, weibliche Dienstleute. (Womit ich lediglich die damalige Rollenverteilung dokumentieren möchte und diese deshalb noch nicht gut heiße)

      Da ich nicht gerne spüle (aufräume, putze, bügle) wäre mir egal, ob Mann oder Frau diese Aufgaben übernimmt, solange es jemand anderer ist. 😉

  19. ohje, Emanzipation Hin oder Her, ich liebe meine Spülmaschine, bräuchte allerdings noch Personal, das sie anschließend ausräumt.
    Aber ich lebe vermutlich noch im Zeitalter von „Aschenputtel…“ – ich brauche nur noch rucke-di-kuh, den richtigen Schuh… damit mein Prinz mich auf einem Pferd vom Linsenzählen erlöst 😉 – oder sollte ich lieber wie Schneewittchen im Tiefschlaf versinken???

  20. Na wie schön! ngb Endlich beim richtigen Strang des Themas! 😀
    Die Arbeit muss getan werden und arme Eltern, haben vergessen sich selber wert zuschätzen (das wird dann seelische Verarmung genannt) und ihre Kinder wie das Leben was diese mitbringen.
    Diese mangelnde Wertschätzung einer Arbeit, die zum Leben dazu gehört, die ich nicht muss oder mag, bedingt die heutige Verelendung der Massen.
    @ ronja
    Dieses sortieren von gut und schlecht, bringt es mit sich wieder zu dieser Wertschätzung zu kommen und seinen Prinzen in das eigene Reich seines Lebens einzuladen und sich von ihm abholen zu lassen. Beim Linsen sortieren wird ja alles wieder dem Kreislauf des Lebens zugeführt.
    Ich glaube wir Frauen müssen lernen, nicht alles Schlechte einfach unserem Geist (Taube) zu schlucken geben, sondern gleich auf den Kompost bringen, da wo es hingehört. 🙂

  21. mal so ganz ab vom thema: „im wolkenkuckucksheim schweben nennst du emanzipiert. da lachen ja die hühner!“ wer schwebt wo ? viellicht habe ich noch was zum schweben, was andere schon längst verloren haben. und selbst wenn du lachst – was ja anisch ein akt der fröhlichkiet ist und ich ihn dir somit gönne – lache ich gerne mit. auch wenn du über mich lachst.
    es werden noch ganz andere leute zu gewissen zeitpunkten stutzig werden über ihr lachen.

  22. Naja gokui ist ja schon gut.
    Um 1968 herum befuhren viele CV2 unsere Straßen. Es war das typische Studentenauto. Auf manchen stand der Spruch:
    „Warte, wenn ich groß bin überhole ich euch alle.“
    Ich fand persönlich aber immer noch den Spruch am besten:
    „Alle wollen mein Bestes, doch kriegen werden sie es nie.“

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