Translokation


Ich betrat die noch fast leere Turnhalle und legte meine Sachen auf die Gymnastikmatte, die ich im Geräteraum organisiert hatte. Gleich links an der Wand hatte ich mir mein Plätzchen gesucht.

Später am Abend kehrte ich zurück, um die Nacht dort zu verbringen.
Ich fand meine Matte mitten in der Halle vor.

Nicht dass ich keinen Platz gehabt hätte, aber ich hätte erwartet, dass man mich fragt, ob man meinen Platz haben könne.

Zunächst dachte ich, es sei schließlich egal, wo ich schlafe, andererseits sah ich nicht ein, diese Unverschämtheit unkommentiert zu lassen. Da ich jedoch nicht unnötig ausfallend werden wollte, beschloss ich noch einige Male tief durchzuatmen.

Einer jungen Frau in der Nähe schilderte ich den Sachverhalt und fragte sie, was sie davon hielte. Sie fragte mich, ob ich sicher sei, die Matte nicht dorthin gelegt zu haben, wo ich diese auffand.

Welch eine Frage!

Natürlich war ich sicher! Schließlich hatte ich meine Sachen an eine Wand gelegt und jetzt befanden sie sich mitten in der Halle.

Ich malte mir schon aus, die schon schlafende Person auf meinem ursprünglichen Platz an der Wand mitsamt der Matte in die Mitte zu ziehen und „meinen“ Platz wieder zu erobern, als die junge Frau fragte, ob in der Turnhalle am Nachmittag nicht eine Trennwand herunter gelassen war …

Tja, wenn ich es recht überlege, sah die Halle am Nachmittag etwas kleiner aus …

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17 Antworten zu “Translokation

    • Bei Telekinese denke ich an die willentliche Bewegung fester Gegenstände, doch es war ja viel geheimnisvoller. Ohne dass die Matte bewegt wurde, war sie zunächst am Rande der Halle und kurz darauf in der Mitte …

  1. Dann muss sich wohl die Halle bewegt haben.

  2. Oh ngb, das wäre ja fast peinlich geworden.
    Liebe Grüße Ronja

  3. Poh! Zu allem sowieso schon präsenten Übel dann noch eine Blamage bis auf die Knochen braucht ja kein Mensch …

    Trotzdem, mit Verlaub: Witzig! ;o)

    • Eine „Blamage bis auf die Knochen“ wäre es geworden, hätte ich mich nicht rechtzeitig gebremst. 🙂
      Dennoch habe ich es allen erzählt, weil es so schön aufzeigt, wie weit die Wirklichkeit und unsere Interpretation von ihr oft auseinander klaffen.

  4. Hübsche Geschichte!
    Wann übernachtet man denn in Turnhallen — Flutkatastrophen? Kirchentage?

  5. it´s magic 🙂

  6. „Dennoch habe ich es allen erzählt, weil es so schön aufzeigt, wie weit die Wirklichkeit und unsere Interpretation von ihr oft auseinander klaffen.“

    Das kann ich gut nachvollziehen. Ich scheue mich auch nie, mich selbst bestmöglich in die Pfanne zu hauen (bevor es andere tun) *gg

  7. Pingback: Muskelspiele, mein Fahrrad und ich « skriptum ~ Eigen(/artig)es

  8. off topic:

    Herr Nedganzbachert, meinen Sie nicht, dass es an der Zeit wäre, mal wieder Nase zu zeigen?

    Ohr oder Schulter würden es aber auch tun. Hauptsache, dass!

    Ich hoffe, es geht Dir/Euch prächtigst!

  9. Liebe Skriptum!
    Ich werde mein Auftauchen hier nicht wieder mit der Verkündung eines stillen Vorsatzes einleiten, dessen evt. Nichteinhaltung von allen problemlos festzustellen wäre, aber vielleicht gibt es hier hin und wieder mal etwas zu lesen. 🙂

  10. Na endlich, er lebt noch!

    Fein das; weitermachen! ;o)

  11. Wichtiger ist ohne Frage, was davor steht! ;o)

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