Archiv der Kategorie: Existenzielles

Was wären wir ohne dies?

In Lohn und Brot

„… würden wir uns freuen, Sie in unserem Hause zu einem Vorstellungsgespräch begrüßen zu dürfen.“

Na also! Das hatte ich schon lange nicht mehr gehört!

Nicht, dass ich Komplexe bezüglich meiner Fähigkeiten hätte, aber so ein paar Monate Arbeitslosigkeit zehren an den Nerven.

Der Leiter des EDV-Abteilung und eine Mitarbeiterin vom „Personal“ sitzen mir gegenüber.
Es kommen die „üblichen“ Fragen.

  • Was sind ihre Stärken und ihre Schwächen?
  • Wie gehen Sie mit Druck um?
  • Wie gehen Sie an ein Projekt ran?

„Sie hören in den nächsten beiden Wochen von uns …“

Das Gespräch verlief gut und ich mache mir Hoffnungen.

Am nächsten Tag kommt eine Email: „… haben unser Interesse geweckt … würde in einem weiteren Gespräch gerne noch einige Frahen klären …“

Heute also das zweite Gespräch.
Nochmal ein gegenseitiges Abklopfen, wobei mir heute vier Personen gegenüber sitzen.

Geschäftsführer, Personalverantwortliche, Abteilungsleiter und langjähriger Mitarbeiter.

Angenehmes Gespräch, einige formelle Fragen, Gehalt geklärt.

Mit der Email mit Wohnungsangeboten aus der Region noch mal der Dank für das „angenehme Gespräch“ das als „sehr positiv“ empfunden wurde.

Arbeiten ist schön …

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Turbulentes Vakuum

Semipermeable Wand
Gewachsen
Gebaut

Außen sickert ein
Innen ist gefangen
Rufe ungehört

Sich erklärt
Selbst nicht verstanden

Als richtig erkannt
Nicht akzeptiert

In der Fremde gesucht
Im Selbst gefunden

Ersehnt
Erhalten
Ernüchtert

Verpatzt
Verletzt
Verwirrt

Stumme Explosionen im Vakuum

Kakapo

Nein, das ist nichts unanständiges.

kakapoEs ist der größte Papagei der Welt. Noch.
Nicht, weil größere kämen, sondern weil sie selbst gehen.
Bis heute morgen glaubte ich, ich hätte schon lange keinen Sex mehr, bei diesen Papageien hört jedoch das Weibchen nur alle 3 bis 4 Jahre auf den Ruf des Männchens.
Als ob das nicht selten genug wäre, tut es dies aber nur, wenn der Rimu-Baum blüht.

Nun gut, denkt das unbedarfte Männchen, dann fliege ich so lange durch den Urwald, bis ich ein paarungsbereites Weibchen finde …

… und merkt dann mit Schrecken, dass es von der Evolution mit Stummelflügeln bedacht wurde, die es flugunfähig machen.

q.e.d.: Auch die Evolution arbeitet mit trial and error

Also sitzt das Männchen geduldig auf einem Ast, singt ohne Unterlass sein Lied, wackelt mit seinen Stummeln (auf die Größe kommt es nicht an, wenn man nicht damit fliegen möchte) und wartet auf ein Weibchen und die Blüte des Rimu-Baums. Irgendwann blüht der Baum, ein Weibchen kommt des Wegs …

… und hat Migräne.

Zu dumm zum Paaren!

Bann gebrochen!

Wer mich kennt, weiß mit welcher Begeisterung ich Fussballergebnisse verfolge …

Solange der FC Bayern nicht verliert geht mir das alles am Arsch vorbei!

Aber heute wurde doch mein Fussballherz etwas zum Schlagen angeregt. Ich habe einige Jahre in der Fränkischen Schweiz in der Nähe von Forchheim gelebt. Der dort ansässige Verein Germania Forchheim hat im 10. Spiel der Kreisklasse Erlangen/Pegnitzgrund endlich den Bann gebrochen. Sie schossen ihr erstes Tor dieser Saison.

Sie haben das Heimspiel trotzdem etwas unglücklich mit 1:25 verloren.

Dennoch sieht das Torverhältnis aus zehn Spielen jetzt etwas freundlicher aus:

1:217

Sie

Im Dunkel der Nacht schleichen sie sich heran.

Sie mischen sich unter meine Gedanken und verwirren sie mit Zerrbildern der Realität. Sie tauchen ein in meine Träume, entführen Erinnerungen und bauen damit düstere Geschichten, die sie drohend und mit stampfenden Schritten gegen mein müdes Bewusstsein marschieren lassen. Sie lassen meine Ängste schwere Schatten auf mich werfen, während sie versuchen, mich mit meiner Müdigkeit an den Schlaf zu fesseln.

Ich möchte morgens nicht schon kämpfen, aber ich lasse mir nicht alles bieten. Nach einem tiefen Atemzug schüttle ich sie heftig ab, zerschmettere sie mit lauter Musik und wasche ihr klebriges Blut mit heißem Wasser von mir.

Ebbe

Das Wasser scheint lebendig zu werden. Wie Myriaden kleiner Krebse auf unzähligen Beinchen strebt es in alle Richtungen davon. Flüchtet.

Das Boot, das zuvor noch als sicherer Platz und feste Hoffnung erschien, wird erschüttert als sein Kiel sich in den schlammigen Grund bohrt und es kommt mit einem Ruck zum Stillstand. Langsam kippt es zur Seite.

Kleine, braune Inseln tauchen an der Oberfläche auf und wachsen umsichgreifend bis sie sich berühren und miteinander zu einer einzigen öden Fläche verschmelzen.

Das Ziel am Horizont verschwimmt mit dem Watt.

Die Orientierung hat sich klammheimlich davon geschlichen, während der Zweifel und die Angst schmatzend und blubbernd aus der glitschigen Substanz kriecht, die das Boot umgibt.

Bedeutende Kleinigkeiten

Was möchte man vom anderen wissen?
Und wie erfährt man es?

Wenn zwei sich kennen lernen, fragen sie sich zunächst nach Eckdaten.

Beispiele:

  • Name
  • Alter
  • Beruf
  • Familienstand
  • Anzahl Kinder

Klassifikation: Wenige kurze Fragen – wenige kurze Antworten.
Gültigkeit: Langfristig bis dauerhaft
Wichtigkeit: Sehr wichtig! (Sogar Behörden interessieren sich dafür.)
Verwendung: z.B. zur Identifikation.
Beschaffung: einmalig, einfach, schnell (z.B. per SMS)

Dann kennt man sich irgendwann besser und interessiert sich für das Leben des anderen.

Beispiele:

  • Was hast Du geträumt?
  • Was hast Du erlebt?
  • Was hast Du gewünscht?
  • Was hast Du erhalten?

Klassifikation: Wenige kurze Fragen – wenige lange Antworten.
Gültigkeit: langfristig
Wichtigkeit: Weniger wichtig. (Sonst würden sich die Behörden dafür interessieren.)
Verwendung: z.B. Einschätzung der Persönlichkeit
Beschaffung: selten, einfach, etwas langwieriger. (z.B. gelegentliche Emails)

Und schließlich möchte man am Leben des anderen Teil haben:

Beispiele:

  • Wie geht es Dir?
  • Wie siehst Du heute aus?
  • Worüber hast Du Dich heute gefreut?
  • Über wen hast Du Dich heute geärgert?
  • Was hast Du heute Abend vor?

Klassifikation: Wenige kurze Fragen – viele lange Antworten.
Gültigkeit: sehr kurzfristig
Wichtigkeit: Unwichtig. (spätestens Morgen schon nicht mehr aktuell).
Verwendung: Kein wirklicher Nutzen.
Beschaffung: sehr häufig, schwierig, sehr zeitaufwändig. (Nur sinnvoll per Telefon, besser Skype oder persönliches Gespräch, am besten jedoch durch dauernde Anwesenheit)

Warum also schmerzt es mich also, dass mir diese „unwichtigen“ Informationen über sie fehlen?

Wieso möchte ich immer neue „Banalitäten“ von ihr hören?

Wieso möchte ich morgens wissen, wie sie geschlafen hat, obwohl das mittags kaum mehr eine Bedeutung hat?

Wieso will ich alles in mich aufsaugen, was es über sie zu „wissen“ gibt?

Dabei möchte ich sie nicht kennen, ich möchte sie nur kennen lernen!

Immer aufs Neue!