Archiv der Kategorie: Geständnis

Ich gebe zu, es geht mir viel zu gut!

Zunächst möchte ich mich bei allen denen bedanken,

  • die sich nach mir erkundigt haben.
  • dann bei denen, die sich gefragt haben, wo ich stecke.
  • schließlich bei denen, die trotz ausbleibender neuer Posts trotzdem regelmäßig bei mir vorbei sehen. (Immerhin durchschnittlich 40 Klicks pro Tag)

Allen kann ich versichern, dass ich lediglich deshalb nicht schreibe, weil mich mein Leben zur Zeit auf sehr angenehme Weise beschäftigt. Die freien Zeit (unter der Woche) bringe ich damit zu, mit einer bestimmten Dame zu telefonieren – gesegnet sei die Flatrate!

In den letzten Wochen hatte ich schon des öfteren den Vorsatz gefasst, wieder öfter zu bloggen, doch ich möchte mich nicht dazu zwingen, sondern darauf warten dass es mir wieder ein größeres Bedürfnis wird zu schreiben.

Ich gebe zu, ich will König sein!

„Hier hat ein neuer ‚Esprit‘ eröffnet.“

„Interessiert mich nicht.“

„Wieso nicht, Du wolltest doch nach ein paar Hemden sehen.“

„Ja, aber nicht bei Esprit.“

„Die haben auch Herrenhemden.“

„Mag sein, aber die wollen mich nicht.“

„Ach was, wie kommst Du auf diesen schmalen Steg?!“

„Wenn im Schaufenster eines Geschäftes nur Damenkleidung zu sehen ist, werde ich es nicht betreten.
Ein Schuhgeschäft, das Männer in den Keller verbannt, sieht mich nicht wieder.“

Ich gebe zu, ich sah es kommen …

Ich dachte noch: „Der Teller steht etwas wacklig zum Trocknen an die Tasse gelehnt.“ Aber aus einem unerfindlichen Grund sah ich keine Veranlassung, dies zu ändern.

Minuten später höre ich ein Scheppern aus der Küche …

rollei-scherben

Nicht dass mir das neu wäre.
Wie oft habe ich schon gedacht, ich solle dies oder jenes heute noch erledigen, weil ich morgen vielleicht nicht mehr dazu komme!
Und wie oft hatte ich damit Recht!

Irgendetwas scheint meinen „gesunden Menschenverstand immer wieder zu belabern, er solle nicht so pingelig sein, einmal etwas riskieren, es werde schon nicht ’so schlimm‘ kommen.

Oft genug kommt es ’so schlimm‘.

Wozu muss ich etwas riskieren, das ich ohne nennenswerte Einschränkungen vermeiden könnte?
Wieso muss ich auf dem Randstein balancieren, obwohl ich mir gerade vor ein paar Monaten eine Sehne am Fußgelenk gedehnt habe?
Weshalb stelle ich nicht den Wecker, wenn ich Brötchen in den Ofen schiebe, obwohl ich daran denke und weiß, dass ich so etwas gerne vergesse?
Warum schreibe ich keinen Einkaufszettel, obwohl ich ahne, dass ich die Hälfte vergessen habe, bis ich im Geschäft stehe?

Es gibt da einen Saboteur unter meinen multiplen Persönlichkeiten!

Doch wenn ich ihn finde, werde ich ihn wohl wieder laufen lassen, weil ich denke, er werde wohl nichts mehr anstellen …

Ich gebe zu, Missionare hab‘ ich gefressen!

Der evangelische Geistliche einer Gemeinde in der ich für einige Jahre lebte, predigte an Weihnachten, wenn jeder Deutsche nur einen Euro spende, könne man davon soundsoviele Bibeln für Kinder in der dritten Welt kaufen.
Hätte mich mein Sitznachbar nicht gebremst, hätte es passieren können, dass ich dem Pastor von der Empore herab ins Gesicht springe.
Einen Schrei konnte ich mir gerade noch verkneifen, jedoch nicht, umgehend diesen Gottesdienst zu verlassen.

Jetzt gibt es in Rom einen Kirchenführer, der Kondome verteufelt, weil ihm Keuschheit wichtiger ist als menschliches Leben, oder glaubt er, dass die Menschen auf Sexualität verzichten, nur weil dieser Deutsche ein gestörtes Verhältnis zu ihr hat?
Und wieder ziehe ich die Konsequenz aus diesem und anderer Fehltritte (Piusbruderschaft etc.) und trete aus der Kirche aus. Dieses Mal aus der katholischen.

Aber Missionierung ist kein Privileg der Kirchen, gleich welcher Konfession.
Sogar Atheisten können bis zur Ermüdung davon predigen, es gebe nichts, an das man glauben könne.

Andere predigen von der Verderbtheit des Mannes, der Verruchtheit des Weibes, der Unschuld des Tieres, der Liederlichkeit des Mammon, der Weisheit der Sterne …

In diesen Fällen bleibt mir auch die Möglichkeit auszutreten – ich hoffe, ich treffe den richtigen Arsch.

Ich gebe zu, in meinem Kopf ist Flaute!

Ich gebe zu, ich bin feige!

Zumindest hin und wieder.

bowlingBeim Bowling sehe ich der Kugel nicht nach. Zum einen, weil ich dadurch ohnehin nichts mehr ändere, zum anderen sehe ich aber auch besonders schnell weg, wenn ich beim Loslassen bemerke, dass der Wurf in die Hosen ging. Ich will nicht sehen, wie die Kugel in die Bande rollt. Der Computer braucht mich nicht beim Zählen.

Ich gebe zu, ich habe mir ein Ei gelegt …