Schlagwort-Archive: Schmerz

Muss ich wirklich alles wissen?

Meist behaupte ich „Ja!

Alles, das mich betrifft.

Oft suche ich nach einer Antwort, einer neuen Information, einer Gewissheit …

… und manchmal
schießt mir plötzlich ein Messer in die Eingeweide
und das Blut in den Kopf,
meine Ohren werden heiß,
mein Atem geht schneller
und ich spüre mein Herz heftig schlagen.

Dann frage ich mich:
Musste ich diese Frage stellen?
Musste ich diesen Brief lesen?
Musste ich bei diesem Gespräch zuhören?
Hätte ich meine Neugier nicht besser gezügelt?

Morgen werde ich wieder alles wissen wollen, egal wie sehr es schmerzt.

Ich gebe zu, ich bin noch nicht immun …

… und Worte treffen am meisten, wenn man es nicht mehr für möglich hält.

Liebliche Schmerzen

heiße DuscheIrgendwann morgens:
Das heiße Wasser der Dusche prasselt auf meinen Kopf und scheint wie flüssiges Blei meine Haut vom Körper zu ziehen. Ich halte die Luft an um nicht vor Schmerz oder Lust? zu schreien.

PapayasalatIrgendwann beim Essen:
Schon kurz nach dem ersten Bissen des schmackhaften Papayasalates merke ich, wie in mir die Hitze aufsteigt. Schweiß tritt mir auf die Stirn und Tränen in Augen.
Mein Atem ist leicht entzündlich und ich genieße vorsichtig atmend die nächste Gabel dieses Geschmacksfeuerwerks.

FrostIrgendwann im Winter:
Die Kälte beißt in meine unbedeckte Haut als ich das Zelt verlasse. Mein Fuß durchbricht die gefrorene Decke einer Pfütze und helles Klirren durchdringt die eisige Luft. Mein Atem scheint schon wenige Zentimeter vor meinem Gesicht knisternd in den festen Aggregatzustand über zu gehen. Ein Schauer durchläuft meinen Körper als sich die Haare an ihre prähistorische Aufgabe erinnern, mich vor Kälte zu schützen. Kurz darauf scheint dies auch den Muskeln klar zu werden und sie schütteln mich. Ich gebe mich hin.

BankNicht Irgendwann – JETZT:
Ein Klammer liegt um meine Brust, ein Ziehen durchlauft meinen Bauch, meine Gedanken verwirren sich, Tränen schleichen sich in meine Augen und ich sehe mich plötzlich im Garten ihres Hauses. Sie mit einem Buch in der Hand auf einem Stuhl, ich liege auf der verwitterten Holzbank, den alten Hund zu meinen Füßen. Die Stimmen der Kinder dringen aus den Fenstern. Sehnsucht.

Je ne regrette rien

Ich habe in meinemLeben viele Dinge getan, die sich im Nachhinein als „überflüssig“ oder als „Dummheit“ erwiesen haben.

  • Nach meiner Schulausbildung habe ich nicht studiert,
    sondern einen Beruf erlernt. Studiert habe ich dann zehn Jahre später.
  • Ich habe eine Frau geheiratet, von der ich mich nach
    17 Jahren Beziehung und nach Jahren der Streiterei habe scheiden lassen.
    (Das war allerdings nicht nur meine Dummheit. Schließlich hat sie auch mich geheiratet)
  • Ich habe 2001 bei einer Firma begonnen zu arbeiten, mit deren Chef ich so wenig klar kam, dass ich Ende letzten
    Jahres für acht Wochen eine psychosomatische Klinik
    aufsuchen musste.

Aber der Satz: „Hätte ich doch nur …“ kommt nicht über meine Lippen.
Nicht aus Trotz, sondern aus Einsicht. Aus allem, aus jedem Schmerz, aus jeder gescheiterten Beziehung,
habe ich etwas gelernt.

Ich bereue nichts.

Was ich aus dem Gelernten mache, steht auf einem anderen Blatt …