Unwetter


Auf dem Weg vom Bahnhof suche ich mit meiner freien Hand den Schlüssel in meiner Hosentasche. Den Kopf eingezogen, beuge ich mich gegen den Wind und beschleunige meine Schritte, weil die ersten dicken Tropfen auf meine Schultern schlagen. Bis ich die Haustür erreiche ist die Vorderseite meines Hemdes durchnässt. Am Briefkasten begegne ich unserem Hausmeister, der mich fragt, ob ich ein paar Kräuter vermisse. Da ich am Wochenende – wie annähernd jedesmal seit 18 Monaten – nicht zuhause war, kann ich die Frage nicht beantworten. Ich folge ihm also in den Garten hinter dem Haus. Dort steht mitten auf dem Rasen ein Pflanztrog, der mir auffallend bekannt ist.
Die Vorstellung, dass dieser am Samstag aus dem dritten Obergeschoss auf dem Rasen eingeschlagen ist erschreckt mich. Ein echtes Geschoss – ein Obergeschoss (ja, ich gebe zu, ein flauer Witz).
Einschläge dieser und anderer Art treffen in letzter Zeit des öfteren in die Beete meines Lebens. Immer wieder werden sorgsam gepflegte Rabatten vom Sturm zerzaust, fast reife Ernten vernichtet, frisch geputze Fenster vom Platzregen eingesaut (wer mich kennt, weiß, dass das nur im übertragenen Sinn gemeint sein kann).
Doch am Wochenende fahre ich in sichere Gefilde. Dort ist das schlechte Wetter – unabhängig von den meteorologischen Gegebenheiten – vergessen.

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8 Antworten zu “Unwetter

  1. halt die ohren steif! wie hat schon mark knopfler gesagt? „there must be sunshine after rain“ 😉

    liebe grüsse,
    aprikose

    • Das hörte sich wohl schlimmer an, als es sich anfühlte. Es weht mir zwar hin und wieder eine steife Brise um die Ohren, aber das bläst auch etwas den Kopf frei. Und privat scheint mir sgar schon während des Regens die Sonne! 😀

  2. ach lieber ngb, wenn das alles ist, würde ich gern mit Dir tauschen. Meine Pechsträhne im Juli und August ist unvorstellbar. Handy explodiert, Auto aufgebrochen und Laptop geklaut, Krankheitsfall in der Familie, selber krank… dann doch lieber nur „verschmutzte Fenster“… – meine hätten es übrigens auch mal wieder nötig 😉 Alles Liebe Ronja

    • Liebe Ronja,
      Du hattest mir ja schon erzählt, wie es Dir erging und es war mir am Telefon schon fast zu viel, aber auch Pech ist nicht allmächtig. Jetzt kann es ja fast nur noch bergauf gehen. Ich denke an Dich!

  3. Oh, wie schön — Neues von NGB! Naja, schön dann nur bedingt — wünsche baldiges Vorüberziehen der Unwetter und sonstigen Unbilden.

    • Ich bin vorsichtig, mir Änderungen zu wünschen. Es könnte sich das Falsche ändern 😉
      Noch eine Woche, dann habe ich zwei Wochen Urlaub.
      Mit Freundin und Beutetochter.
      Ich werde wie ein Gockel am Strand entlang flanieren.

  4. Hi ngb, nun habe ich gar keine Telfonnummer mehr von Dir… – keine funktioniert. Rufst Du mal wieder an?
    Sorry übrigens, wenn ich Dir zu viel von meinem Pech am Telefon erzählt habe, es kommen hoffentlich bald auch mal wieder bessere Tage…
    Einen schönen Urlaub wünscht Dir Ronja!

  5. Huhu ngb, bist Du jetzt ganz abgetaucht? Ich hatte versucht Dich anzurufen, aber keine meiner Nummern funktioniert. Meldest Du Dich mal?
    Alles Gute Ronja!!!

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