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Translokation

Ich betrat die noch fast leere Turnhalle und legte meine Sachen auf die Gymnastikmatte, die ich im Geräteraum organisiert hatte. Gleich links an der Wand hatte ich mir mein Plätzchen gesucht.

Später am Abend kehrte ich zurück, um die Nacht dort zu verbringen.
Ich fand meine Matte mitten in der Halle vor.

Nicht dass ich keinen Platz gehabt hätte, aber ich hätte erwartet, dass man mich fragt, ob man meinen Platz haben könne.

Zunächst dachte ich, es sei schließlich egal, wo ich schlafe, andererseits sah ich nicht ein, diese Unverschämtheit unkommentiert zu lassen. Da ich jedoch nicht unnötig ausfallend werden wollte, beschloss ich noch einige Male tief durchzuatmen.

Einer jungen Frau in der Nähe schilderte ich den Sachverhalt und fragte sie, was sie davon hielte. Sie fragte mich, ob ich sicher sei, die Matte nicht dorthin gelegt zu haben, wo ich diese auffand.

Welch eine Frage!

Natürlich war ich sicher! Schließlich hatte ich meine Sachen an eine Wand gelegt und jetzt befanden sie sich mitten in der Halle.

Ich malte mir schon aus, die schon schlafende Person auf meinem ursprünglichen Platz an der Wand mitsamt der Matte in die Mitte zu ziehen und „meinen“ Platz wieder zu erobern, als die junge Frau fragte, ob in der Turnhalle am Nachmittag nicht eine Trennwand herunter gelassen war …

Tja, wenn ich es recht überlege, sah die Halle am Nachmittag etwas kleiner aus …

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Goldlöckchen und Silberhelm

Selten hatte ich einen solche amüsanten und zugleich lehrreichen Abend.

Die schweizer Blogger haben sich geradezu liebevoll darum bemüht, mich in die gesellschaftlichen Notwendigkeiten und Feinheiten des Käsefondue-Essens einzuführen. Obwohl Ray selbst kein Käsefondue aß, bewies er dennoch Sachkenntnis, wenn er mich auch Schnitzer meiner Verfahrensweise hinwies. Deshalb habe ich mich auch besonders gefreut, von ihm für meine Technik beim Käsekrustenabkratzen gelobt zu werden. Trotzdem scheint meine Essensweise noch bemerkenswert genug gewesen zu sein, dass Bluetime es für lohnenswert erachtete, es mit einem Photo der Nachwelt zu erhalten.

Canela, Schwarzer Kafka und Lila, drei schöne Farben, bewunderten mit einem Lächeln meine deutsche Bescheidenheit, als ich ein einzelnes Stück Brot auf den Teller legte (Böse Beobachter hätten vielleicht behauptet, sie hätten mich ausgelacht, doch das wäre nur eine bösmeinende Interpretation)

Überhaupt befand ich mich in äußerst angenehmer Gesellschaft, nicht zuletzt, weil an „meinem“ Tisch der Frauenanteil sehr hoch war. (Hat vor mir schon jemand festgestellt, dass weibliche Blogger – die ich gesehen habe – ohne Ausnahme wesentlich besser aussehen, als ihre männlichen Pendants?)

Ein ähnlicher Effekt zeigte sich auch in der Bar, die wir nach dem Fondue besuchten. Die Frauen waren so gut aussehend, dass man dachte, sie könnten damit Geld verdienen.

Ehrlich gesagt drängte sich mir im Laufe des Abends der Gedanke auf, dass einige von ihnen eben dies gerade tun.

Besonders fiel mir dabei Goldlöckchen auf, die sich sehr um Silberhelm bemühte, einem Herrn in gesetztem Alter, mit weniger gesetztem Gehabe.
Neben Antonio Banderas hätte ich vermutet, dass sie diesen toll findet.
Neben Silberhelm vermutete ich, dass sie sein Geld toll fand.

Beide verließen später die Bar, er kam jedoch wenige Augenblicke später alleine zurück. Vielleicht hat sie sein Geld doch nicht gefunden …

Beeinflusst durch die Unlust, den schönen Abend frühzeitig abzubrechen, zögerte ich nicht, Canela zu glauben, dass der letzte Zug nach Lenzburg doch nicht um 12, sondern um 1 fährt (wie zu erwarten, hatte Canela dieses Vertrauen verdient).

So fand sich also noch die Gelegenheit ein weiteres Getränk zu sich zu nehmen. Als der Barmann 28 Stutz für zwei Bier und ein Wein verlangte (die erste Runde hatte Roger übernommen), war ich geneigt, ihn zu fragen, welche der Damen ich mir für dieses Entgelt aussuchen dürfe, befand jedoch, dass ich in dieser Hinsicht schon verwöhnt genug war.