Schlagwort-Archive: Gedanken

morgens …

Die Gedanken, die ich Dir morgens schenke, liegen wie ein Zettel auf Deinem Kissen und warten darauf, dass Du erwachst. Dann beginnen sie zu sprießen, dringen mit ihren zarten Trieben in Deine Synapsen vor und lassen Dich im einen Moment glauben, sie seien Rosen, im nächsten Küsse.

ngb

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Wie Mann … seinen Kater ersäuft

Klar kann Mann, seinen Bierkater mit Wein ersäufen …
… oder Whisky darüber schütten …
… oder ihn mit Rum übergießen und anzünden …

Mann kann sich mit Arbeit zuschütten, um nicht über den Stress nachdenken zu müssen …

Mann kann versuchen den Kummer wegen der kleinen Roten mit der großen Schwarzen wegzuknutschen …

Oder Mann bewegt sich an der frischen Luft und macht sich Gedanken darüber, woher der dicke Kopf kommt und wie Mann ihn das nächste Mal vermeiden könnte. Rechtzeitig bremsen …

Aufbruch

Fahles Licht wabert von Osten über die weite, reifbedeckte Eisfläche. Das Glitzern des Reifs lässt den nahenden Tag schon erahnen. Mit einem einzelnen leisen Knacken, springt ein feiner, schüchterner Riss in das noch unberührte Eis, dann ist wieder Stille.

Unter kaum vernehmbarem Ächzen, weitet sich der Spalt und seine filigranen Enden schneiden sich scheinbar mühelos weiter. Träume quellen zögerlich durch die enge Öffnung und bilden einen dünnen Film. Sie schmelzen die Reifkristalle und legen das darunterliegende Eis frei, durch das die Dunkelheit schimmert.

In Licht und Luft, ohne den Abschluss vor der Realität, wandeln sich die Träume langsam zu Gedanken. Hier flattern und taumeln sie vor Freude ob ihrer neuen Freiheit und ich werde sie bald nicht mehr erkennen. Doch ihre leeren Puppen liegen noch als Zeugen ihrer wahren Herkunft auf der harten, kalten Ebene, die ihren Aggregatzustand nur noch kurze Zeit gegen die Wärme des Tages verteidigen können wird.

Melancholie

Mich in die weichen Kissen der Melancholie zu betten, deren flauschige Fülle um mich emporsteigt und mich wie eine Wolke aus vagen Gedanken umhüllt, die mich die „Wirklichkeit“ um mich nur noch erahnen lässt …

Mich einer süßherben Traurigkeit hinzugeben – mir selbst gütig und tröstend über das Haupt zu streichen und mir zuzugestehen, heute nicht der vernünftige Mittvierziger zu sein, wie ich es sonst von mir verlange …